9.8.10
Claim abstecken
So, jetzt mische ich auch mal mit im internationalen Kunstzirkus. Ganz im Sinne von Roy Lichtenstein ("Populär nicht populistisch") und Joseph Beuys ("Jeder Mensch ist ein Künstler") habe ich unter dem Eindruck eines verregneten Urlaubstages am nächsten Morgen die Kunstrichtung "Malen mit Rübensaft auf Toastbrot" für mich entdeckt.
Ich bin allerdings nicht der Erste, der sich dieser Kunstform widmet. Während ich mich jedoch in der impressionistischen Findungsphase befinde, haben andere die fotorealistische Richtung definiert. Nun ja auf jeden Fall kann ich mir bestimmt noch die Rechte an der Materialkombination sichern (Grafschafter Goldsaft und holländisches Weißbrot).
25.5.10
Application Lifecycle Management
"Das war's!", stöhnte Blorg, "Ich hab' die Schnauze voll!"
Er stieß sich mit zwei Armen von der Eingabefläche ab und begann ärgerlich blubbernd im Raum zu schweben.
"Ich kann auch nicht mehr", pflichtete ihm Gorg bei, "kaum hat man eine Stelle geflickt, fliegt der Code an einer anderen auseinander. Es ist hoffnungslos."
"Und dann diese 16 Milliarden Instanzen. Die Anzahl finde ich gar nicht so schlimm, aber dass ein paar davon gut laufen und der Rest nur so dahinkrepelt, dass macht mich fertig." Aus Blorgs Oberfläche stülpten sich noch mehr kleine Ärmchen, sodass er aussah, wie ein wütender Kugelfisch.
Gorg stieß sich jetzt auch in den Raum und beide schwebten neben einander her ohne Kontakt zur Eingabefläche. Es konnte nur Augenblicke dauern, bis dem Boss das auffiel. Und schon materialisierte er sich wabernd vor ihnen.
"Was ist los? Warum pflegt Ihr keinen Code?", grollte Zorg.
"Ach Chef, es ist hoffnungslos." jammerte Blorg. An dem Code ist einfach viel zu lange von viel zu vielen rumgebessert worden. Sie sollten sich den mal ansehen. Voller Graffiti. Jeder zweitklassige Retrovirenschreiber hat sich darin verewigt. Kaum hat man ein Y rein gemacht, wird aus unerfindlichen Gründen auf einmal wieder ein X draus oder schlimmer, es kommen zwei X dazu!"
"Der Code ist einfach viel zu lang geworden." Das war Gorg. "Über drei Milliarden Basenpaare. Möchte wissen, warum die es ausgerechnet alle auf dieses hässliche Ding abgesehen haben. Das ist unwartbar."
"Dinosaurier" murmelte Blorg.
"Was sagst Du da?" fragte Zorg.
"Das ist wie damals bei den Dinosauriern. 160 Millionen Kreisungen geht alles glatt und auf einmal fliegt uns der ganze Code um die Ohren. Und das letzte Backup war noch von den Einzellern."
"Hm, ich glaube Du hast recht.", Zorg rollte nachdenklich in der Luft. "Es wird wohl Zeit für ein komplettes Reengineering. Okay, ihr beiden versucht, die Löcher zu stopfen, so lange es noch geht. Ich kümmere mich um das Budget für ein neues Projekt. Vielleicht wird die dritte Version ja endlich mal ein Erfolg. Und jetzt an die Arbeit."
Zorg verschwand so plötzlich, wie er erschienen war.
Seufzend verbanden sich Blorg und Gorg wieder mit ihren Eingabeflächen. Vielleicht war ja noch was zu retten. Eine der Instanzen hatte kürzlich angefangen, seinen eigenen Code zu optimieren. Blorg schaute nach, ob die ID noch im Hauptspeicher war. Ja, Venter 1.1 hatte seine Versionsnummer selbsttätig heraufgesetzt. Interessant. Vielleicht konnte das ja das Ende noch ein wenig hinauszögern.
Er stieß sich mit zwei Armen von der Eingabefläche ab und begann ärgerlich blubbernd im Raum zu schweben.
"Ich kann auch nicht mehr", pflichtete ihm Gorg bei, "kaum hat man eine Stelle geflickt, fliegt der Code an einer anderen auseinander. Es ist hoffnungslos."
"Und dann diese 16 Milliarden Instanzen. Die Anzahl finde ich gar nicht so schlimm, aber dass ein paar davon gut laufen und der Rest nur so dahinkrepelt, dass macht mich fertig." Aus Blorgs Oberfläche stülpten sich noch mehr kleine Ärmchen, sodass er aussah, wie ein wütender Kugelfisch.
Gorg stieß sich jetzt auch in den Raum und beide schwebten neben einander her ohne Kontakt zur Eingabefläche. Es konnte nur Augenblicke dauern, bis dem Boss das auffiel. Und schon materialisierte er sich wabernd vor ihnen.
"Was ist los? Warum pflegt Ihr keinen Code?", grollte Zorg.
"Ach Chef, es ist hoffnungslos." jammerte Blorg. An dem Code ist einfach viel zu lange von viel zu vielen rumgebessert worden. Sie sollten sich den mal ansehen. Voller Graffiti. Jeder zweitklassige Retrovirenschreiber hat sich darin verewigt. Kaum hat man ein Y rein gemacht, wird aus unerfindlichen Gründen auf einmal wieder ein X draus oder schlimmer, es kommen zwei X dazu!"
"Der Code ist einfach viel zu lang geworden." Das war Gorg. "Über drei Milliarden Basenpaare. Möchte wissen, warum die es ausgerechnet alle auf dieses hässliche Ding abgesehen haben. Das ist unwartbar."
"Dinosaurier" murmelte Blorg.
"Was sagst Du da?" fragte Zorg.
"Das ist wie damals bei den Dinosauriern. 160 Millionen Kreisungen geht alles glatt und auf einmal fliegt uns der ganze Code um die Ohren. Und das letzte Backup war noch von den Einzellern."
"Hm, ich glaube Du hast recht.", Zorg rollte nachdenklich in der Luft. "Es wird wohl Zeit für ein komplettes Reengineering. Okay, ihr beiden versucht, die Löcher zu stopfen, so lange es noch geht. Ich kümmere mich um das Budget für ein neues Projekt. Vielleicht wird die dritte Version ja endlich mal ein Erfolg. Und jetzt an die Arbeit."
Zorg verschwand so plötzlich, wie er erschienen war.
Seufzend verbanden sich Blorg und Gorg wieder mit ihren Eingabeflächen. Vielleicht war ja noch was zu retten. Eine der Instanzen hatte kürzlich angefangen, seinen eigenen Code zu optimieren. Blorg schaute nach, ob die ID noch im Hauptspeicher war. Ja, Venter 1.1 hatte seine Versionsnummer selbsttätig heraufgesetzt. Interessant. Vielleicht konnte das ja das Ende noch ein wenig hinauszögern.
22.5.10
Kulturphänomen
Erst neulich dachte ich über ein kulturelles Phänomen nach. Ich habe beruflich öfter in Polen zu tun. Bekanntlich ist die polnische Sprache zu einem Zeitpunkt entstanden, als die Vokale schon weitgehend an die anderen Sprachen verteilt waren, sodass es jetzt polnische Worte gibt, die nur aus einem einzigen Konsonanten bestehen oder polnische Voramen, die in Konsonantenkombinationen nur so schwelgen (z. B. Krzysztof). Prinzipiell redet man sich in Polen auch leichter mit dem Vornamen an als in Deutschland, was letztendlich dazu zu führen scheint, dass sich Kollegen mit Namensverkürzungen anreden. Aus Dariusz wird Darek, aus Mariusz Marek, aus Krzysztof Krzychek aus Barbara Basia aus Agnieszka Neschi aus Malgorzata Gosia und so weiter. Lustig für mich, mit deutschem Kulturhintergrund, wird die Sache erst, wenn ich mir vorstelle, wie wir das in unserer Firma in Deutschland tun: "Guten Morgen Holgi. Hat Günni schon die Präsentation an Susi geschickt?" "Nein, Didi. Das wollte Babsi erst noch mit Wolle absprechen."
4.1.10
Fliegen spezial
In der letzten Zeit habe ich eine Menge zu kuriosen Kleinstflugzeugen gelesen und die gewonnenen Erkenntnisse möchte ich hier einmal zusammentragen. Fangen wir mal mit den älteren Fliegern an:
Hubschrauber
Der GEN-H4 ist bestimmt das Fluggerät, was einem persönlichen Helikopter am nächsten kommt. Für ca. 60.000,- $ ist er auch fast erschwinglich. Erfunden wurde er von Gennai Yanagisawa einem 75-jährigen Japaner, und in Japan braucht man angeblich keine Lizenz um das Ding zu fliegen (kann ich mir - ehrlich gesagt - nicht vorstellen).
Ist es ein Vogel, ist es ein Flugzeug...?
Der Jetlev-Flyer ist irgendwas zwischen Raketenrucksack und Boot aber auf jeden Fall eines der skurrilsten Gefährte, die ich bisher gesehen habe. Ich denke vor Dubai cruisen da inzwischen eine Menge von rum (bei den Preisen).
Jets |
Propellerflugzeug |
Hubschrauber
Ist es ein Vogel, ist es ein Flugzeug...?
7.12.09
Haptische Männer
Wenn es noch eines Beweises bedürfte, dass Männer haptische Wesen sind, so ist es dieser hier: Männer streicheln Autos!
Darauf gebracht hat mich natürlich die Beste Ehefrau von allen: "Hast Du schon mal eine Frau gesehen, die mit der Hand über das Armaturenbrett eines Autos streicht und Dinge sagt wie 'Tolle Verarbeitung'?"
Vor meinem geistigen Auge schätzte ich die Größe der Gesichtsschwellung ab, die ich davon tragen würde, wenn ich das bei der Besten Ehefrau versuchte.
Darauf gebracht hat mich natürlich die Beste Ehefrau von allen: "Hast Du schon mal eine Frau gesehen, die mit der Hand über das Armaturenbrett eines Autos streicht und Dinge sagt wie 'Tolle Verarbeitung'?"
Vor meinem geistigen Auge schätzte ich die Größe der Gesichtsschwellung ab, die ich davon tragen würde, wenn ich das bei der Besten Ehefrau versuchte.
Ich werde Standup Comedian
Celebrities kommt von "to celebrate", das sind also "Die Gefeierten" Menschen. Wenn der Rest der Welt die also erst fallen lassen hat, sind sie wieder frei, müssten also "Celibrities" heißen von "c'est libre" oder auf Deutsch ganz einfach "Die Gefeuerten" statt "Die Gefeierten".
In Hamburg sollte man immer nett zu den Typen sein, die einen Samstags aus der Gosse anquatschen. Es könnte ein Tagesschausprecher sein.
Tja, das war's wohl dann auch gleich wieder mit der Karriere. Ach nein, einen habe ich noch: Welch ungewollt brutalen Bedeutungswechsel erfährt der fast karitative "Hausservice" wenn er eines "s" verlustig geht (Zonk!).
In Hamburg sollte man immer nett zu den Typen sein, die einen Samstags aus der Gosse anquatschen. Es könnte ein Tagesschausprecher sein.
Tja, das war's wohl dann auch gleich wieder mit der Karriere. Ach nein, einen habe ich noch: Welch ungewollt brutalen Bedeutungswechsel erfährt der fast karitative "Hausservice" wenn er eines "s" verlustig geht (Zonk!).
Sachen gibt's...
Also manchmal frage ich mich wirklich wie wir Deutschen so auf andere wirken müssen, damit sowas wie Kinderkreis.tv dabei herauskommt.
Man achte besonders auf den Abspann: "Schauspiler Blume Snauzer", "Kostume: Warmduscher" Sowas können sich nur Amerikaner ausdenken. Die Tänzer sind aber echt einen Lacher wert, besonders der in Hellblau.
Man achte besonders auf den Abspann: "Schauspiler Blume Snauzer", "Kostume: Warmduscher" Sowas können sich nur Amerikaner ausdenken. Die Tänzer sind aber echt einen Lacher wert, besonders der in Hellblau.
25.9.09
Im Fadenkreuz
Da ich auch meinen Beitrag zur kritischen Diskussion der geplanten Internetzensur leisten wollte, habe ich noch am 24.09.2009, also kurz vor der Wahl eine Karikatur auf meine Homepage gestellt und deren Vorhandensein so gegen 23:45 Uhr auf Twitter kundgetan.
Dahinter stand auch eine gewisse Experimentierfreude meinerseits. Ich wollte einfach wissen, wie viele Menschen oder Maschinen um diese Uhrzeit noch auf den Link klicken würden. Also beobachtete ich das Access-Log meines Servers, und siehe da, die ersten Klicks tauchten schon nach Sekunden auf. Da waren dann ein paar News-Aggregatoren dabei und auch einige individuelle Klicks, die offenbar von Benutzern stammten. Der Hammer kam dann um 00:44 Uhr. Da enthielt der Referrer String die Zeichenkette "www.bka.de". Das hätte ich dann doch nicht gedacht, dass die Internet-Streife schon nach einer Stunde bei mir auf dem Server vorbeischaut. Und da sag noch einer, das wäre ein rechtsfreier Raum. Wahrscheinlich ist jetzt jeder Leser dieses Blogbeitrags auch potentiell verdächtig.
12.9.09
Es geht voran!
Wer hätte gedacht, dass der Fortschritt auch im Allerheiligsten der deutschen Spießigkeit, der Kathedrale des Kleinbürgertums, der Pagode der Piefkes, dem teutonischen Taj Mahal einmal Einzug halten würde?
Die Rede ist vom Baumarkt (ich gebe zu, ich gehe auch gerne dort hin). Und hier ist der Grund für mein Erstaunen: Der aktuelle Hornbach Katalog (September 2009), Bereich "Wohnwelten", Seite 36 37. In einer modern eingerichteten Altbauwohnung, die vor allem mit lose drapierten Decken über Tisch und Sessel auffällt steht ein offensichtlich gleichgeschlechtliches Pärchen in sichtlich stolz-zärtlicher Umarmung. Keine Ahnung, was die jetzt gleich mit den Kissen und Decken vor haben, aber das ist doch mal ein Schritt in die richtige Richtung! Auch Schwule können Spießer sein! Jetzt muss es weiter gehen auf dem Eroberungsfeldzug. Als Nächstes steht hoffentlich der Haushaltsgerätebereich des Otto-Katalogs auf dem Programm. Da warte ich jetzt natürlich auf den Konter des weiblich-gleichgeschlechtlichen Lagers. Zum Beispiel in Klempnerkleidung unter der Spüle liegend. Bisher sitzt da immer noch ein dreitagebärtiger Mittdreißiger auf dem Fußboden neben seiner Geschirrspülmaschine. Die war offensichtlich so teuer, dass er sich keinen Tisch und Stühle für sein Frühstück mehr leisten konnte. Aber er lächelt.

Die Rede ist vom Baumarkt (ich gebe zu, ich gehe auch gerne dort hin). Und hier ist der Grund für mein Erstaunen: Der aktuelle Hornbach Katalog (September 2009), Bereich "Wohnwelten", Seite 36 37. In einer modern eingerichteten Altbauwohnung, die vor allem mit lose drapierten Decken über Tisch und Sessel auffällt steht ein offensichtlich gleichgeschlechtliches Pärchen in sichtlich stolz-zärtlicher Umarmung. Keine Ahnung, was die jetzt gleich mit den Kissen und Decken vor haben, aber das ist doch mal ein Schritt in die richtige Richtung! Auch Schwule können Spießer sein! Jetzt muss es weiter gehen auf dem Eroberungsfeldzug. Als Nächstes steht hoffentlich der Haushaltsgerätebereich des Otto-Katalogs auf dem Programm. Da warte ich jetzt natürlich auf den Konter des weiblich-gleichgeschlechtlichen Lagers. Zum Beispiel in Klempnerkleidung unter der Spüle liegend. Bisher sitzt da immer noch ein dreitagebärtiger Mittdreißiger auf dem Fußboden neben seiner Geschirrspülmaschine. Die war offensichtlich so teuer, dass er sich keinen Tisch und Stühle für sein Frühstück mehr leisten konnte. Aber er lächelt.
7.9.09
Erlebnis am Strand
Meine Tochter (7) hat im Urlaub eine Geschichte geschrieben. Die kann ich einfach der Netzgemeinde nicht vorenthalten. Hier in Originalorthografie:

Das Meer rauscht Lotte sitzt am Strand und sammelt Muscheln. In einer gedrehten Muschel hört sie ein leises singen. Die Melodie ist zart und sooo schön. Lotte will am liebsten mit ihr einschlafen. Aber da plötzlich ist die Muschel weg. Nein, noch schlimmer der Eimer mit den Muscheln, er ist weg. Auf einmal Hört sie ein leises wispern. Aber als Lotte sich umdreht ist niman zu sen, nur endloses weites Meer. Hir unten an der brandung bin ich. Lotte Kukt zur brandung. Dort liegt ganz endspand eine Meer Jungfrau. wer bist du fragte Lotte. Die Meer Jungfrau sagte ich heise Delfinquelle. Du hast meine Muscheln oder. Nein leider nicht. Aber komm ich zeig dier wie ich schwimmen und tauchen kann. Lotte wiligte ein. Nach einer Stunde Schwamm die Meer Jungfrau hinaus aufs Meer hinaus. Lotte kukte ihr nach.
Also ich find's prima!

Das Meer rauscht Lotte sitzt am Strand und sammelt Muscheln. In einer gedrehten Muschel hört sie ein leises singen. Die Melodie ist zart und sooo schön. Lotte will am liebsten mit ihr einschlafen. Aber da plötzlich ist die Muschel weg. Nein, noch schlimmer der Eimer mit den Muscheln, er ist weg. Auf einmal Hört sie ein leises wispern. Aber als Lotte sich umdreht ist niman zu sen, nur endloses weites Meer. Hir unten an der brandung bin ich. Lotte Kukt zur brandung. Dort liegt ganz endspand eine Meer Jungfrau. wer bist du fragte Lotte. Die Meer Jungfrau sagte ich heise Delfinquelle. Du hast meine Muscheln oder. Nein leider nicht. Aber komm ich zeig dier wie ich schwimmen und tauchen kann. Lotte wiligte ein. Nach einer Stunde Schwamm die Meer Jungfrau hinaus aufs Meer hinaus. Lotte kukte ihr nach.
Also ich find's prima!
2.9.09
Sinnfrage des Monats
Gestern habe ich im Fernsehen eine "politische" Talkshow gesehen. Das übliche Stundenformat mit den üblichen Verdächtigen und die Moderatorin hieß auch sowas wie Sonbritt Maischwillner. Da saß nun aber auch die Vorsitzende des Arbeitslosenverbandes, Marion Drögsler, und hielt sich bewundernswert gegen das geballte In-die-brust-Werfen der versammelten Männerschaft. Sie saß neben Michel Friedman auf dem Sofa, wofür ich ihr noch mehr Bewunderung zollen muss, denn der feuert ja immer verbal aus allen Rohren. Was ich mich jetzt allerdings frage ist folgendes: Muss man als Vorsitzender des Arbeitslosenverbandes eigentlich selber auch arbeitslos sein? Kann man als Nichtarbeitsloser überhaupt glaubwürdig dieses Amt ausfüllen? Streng genommen würde man ja in diesem Fall mit der Wahl sofort die Grundlage dafür verlieren, denn also Vorsitzender hat man ja in jedem Fall was zu arbeiten. Ich vermute, das wird ein Rätsel bleiben. In der Satzung steht jedenfalls nicht, dass man arbeitslos sein muss und auch keine Bedingungen für den Vorsitzenden.
24.5.09
Wahlkampf
Am frühen Sonntag morgen erhielt meine latente Politikverdrossenheit wieder einmal frische Nahrung.
Neben den lokalen Scharmützeln um Umzüge diverser Kindergärten und Hortplätze, das im Moment die hiesigen Elternbeirätinnen (ich verwende die weibliche Form, weil in diesen Gremien das männliche Geschlecht traditionell unterbesetzt ist) in die Schützengräben treibt, hat sich beinahe unbemerkt das Standardwahlkampfmedium in unserer ländlichen Gegend an die Straßenränder geschlichen. Die Rede ist vom Plakatständer, der mit Bindedraht an diversen Laternenpfählen befestigt wird. Auf der Vorderseite ringt sich ein mühsam zurechtgeschminkter Parteivertreter ein gequältes Lächeln ab oder simuliert jugendliche Dynamik per über der Schulter getragenem Jackett. Auf der Rückseite zeigte sich heute für mich das wahre Gesicht des Wahlkampfes. Schonungslos und überdeutlich wurde hier klar gemacht: "Wir gehen bis zum Äußersten für den Wahlsieg" Wie ein blutiges Menetekel standen die drei Buchstaben auf die unschuldige Presspappe gemalt. Wer jetzt nicht zur Wahl geht, der hat sich die Konsequenzen selber zuzuschreiben.
Leider konnte ich eine unvorsichtige Bemerkung nicht unterdrücken, weswegen mein Kleiner (hier rechts im Bild) mich schon den ganzen Tag fragt, wo denn dieses Haus der lebenden Leichen eigentlich ist.
Neben den lokalen Scharmützeln um Umzüge diverser Kindergärten und Hortplätze, das im Moment die hiesigen Elternbeirätinnen (ich verwende die weibliche Form, weil in diesen Gremien das männliche Geschlecht traditionell unterbesetzt ist) in die Schützengräben treibt, hat sich beinahe unbemerkt das Standardwahlkampfmedium in unserer ländlichen Gegend an die Straßenränder geschlichen. Die Rede ist vom Plakatständer, der mit Bindedraht an diversen Laternenpfählen befestigt wird. Auf der Vorderseite ringt sich ein mühsam zurechtgeschminkter Parteivertreter ein gequältes Lächeln ab oder simuliert jugendliche Dynamik per über der Schulter getragenem Jackett. Auf der Rückseite zeigte sich heute für mich das wahre Gesicht des Wahlkampfes. Schonungslos und überdeutlich wurde hier klar gemacht: "Wir gehen bis zum Äußersten für den Wahlsieg" Wie ein blutiges Menetekel standen die drei Buchstaben auf die unschuldige Presspappe gemalt. Wer jetzt nicht zur Wahl geht, der hat sich die Konsequenzen selber zuzuschreiben.Leider konnte ich eine unvorsichtige Bemerkung nicht unterdrücken, weswegen mein Kleiner (hier rechts im Bild) mich schon den ganzen Tag fragt, wo denn dieses Haus der lebenden Leichen eigentlich ist.
20.4.09
Maiwitz
Neulich schaue ich mich so in unserem Großraumbüro um und da finde ich doch einen Zauberhut, den da jemand so einfach offen liegen gelassen hat.
Die Aufschrift auf dem anhängenden Zettel besagt: "Setze diesen Hut auf, gehe ins 4. OG und Du wirst unsichtbar sein". Im 4. OG sitzt bei uns die Geschäftsführung. Ich also nix wie den Hut aufgesetzt und ab in den Fahrstuhl. Da hat das aber noch nicht so gut gewirkt, denn alle haben mich ganz komisch angesehen. Macht ja nix, habe ich gedacht, das geht ja auch erst im 4. OG. Dort angekommen bin ich gleich zu unserem Boss rein und wollte gerade so Schabernack treiben (ich war ja unsichtbar). Aber der hat mich direkt wieder rausgeworfen. Über den Hut hat er gar nichts gesagt.So'n Mist, der Hut funktioniert also gar nicht richtig. Ich glaube aber, dass nur der Hut selber unsichtbar war, und nicht der Träger, also ich. Das kann eigentlich nur daran gelegen haben, dass ich im falschen 4. OG war. Ich probier' jetzt mal alle Häuser in der Gegend aus. In irgend einem muss es ja klappen. Und dann stelle ich mich da ins Treppenhaus und erschrecke die Leute. Hoffentlich wohnt dann auch jemand in dem Stockwerk...
Die Aufschrift auf dem anhängenden Zettel besagt: "Setze diesen Hut auf, gehe ins 4. OG und Du wirst unsichtbar sein". Im 4. OG sitzt bei uns die Geschäftsführung. Ich also nix wie den Hut aufgesetzt und ab in den Fahrstuhl. Da hat das aber noch nicht so gut gewirkt, denn alle haben mich ganz komisch angesehen. Macht ja nix, habe ich gedacht, das geht ja auch erst im 4. OG. Dort angekommen bin ich gleich zu unserem Boss rein und wollte gerade so Schabernack treiben (ich war ja unsichtbar). Aber der hat mich direkt wieder rausgeworfen. Über den Hut hat er gar nichts gesagt.So'n Mist, der Hut funktioniert also gar nicht richtig. Ich glaube aber, dass nur der Hut selber unsichtbar war, und nicht der Träger, also ich. Das kann eigentlich nur daran gelegen haben, dass ich im falschen 4. OG war. Ich probier' jetzt mal alle Häuser in der Gegend aus. In irgend einem muss es ja klappen. Und dann stelle ich mich da ins Treppenhaus und erschrecke die Leute. Hoffentlich wohnt dann auch jemand in dem Stockwerk...
18.1.09
Perverse Italiener

Also das kann auch nur Italienern einfallen! Aber der Reihe nach: Zunächst wollte ich nur einen kleinen Geschenkgutschein aus einer Parfümerie besorgen. Da war ja auch so eine an der Ecke bei uns im Ort. Ich war da noch nie drin, aber kurz bevor ich über die Schwelle trat, dachte ich noch so bei mir: 'Die fragen dich bestimmt, welchen Duft du zu Hause hast', sozusagen als "Clubausweis" für den Nicht-natur-stinker. Glücklicherweise hatte mich die beste Ehefrau der Welt zu Weihnachten mit einem Duft beglückt. Schnell noch den Namen memoriert und rein. Drinnen, oh Wunder, ein Mann hinter dem Tresen und ihm zur Seite steht Dita von Teese. Und das in unserer Stadt, wer hätte das gedacht. Und nachdem ich meine Bestellung (Geschenkgutschein) losgeworden bin fragt er doch glatt "Was tragen Sie denn im Moment?". Mein vorbereitetes Gehirn entschlüsselte diesen Satz als Frage nach einem Kosmetikprodukt und ich antwortete (völlig lässig natürlich): "Den neuen von Boss, 'XY'". Daraufhin hat er mir zwei Proben eingepackt, und was lese ich auf der einen: "Infusion d'homme" (hab ich gleich gescannt). Und natürlich gibt's da auch 'ne Website für (wo kämen wir denn sonst hin). Ist zwar französisch, kann aber von mir als ungebildetem Durchschnittsbürger nur zu leicht falsch interpretiert werden. Infusionen kennt man ja aus den Arztserien und homme=Mann. Also eine Einspritzung einer männlichen Flüssigkeit. Pfui Teufel! Ich sag's ja: Diese Italiener... Ob die sich damit so einen Gefallen getan haben? So doof wie ich sind ja viele. Aber vielleicht bin ich ja auch nicht die Zielgruppe. Männer, die sich bei einem Besuch in der Parfümerie vor der Tür erst mal minutenlang an das einzige verstaubte Parfüm ganz hinten in ihrem Badezimmerschrank erinnern müssen, stehen wahrscheinlich nicht so weit oben auf der Liste.
23.12.08
Bin ich ein schlechter Nerd?
Da sitze ich jetzt auf der Couch bei meinen Schwiegereltern und habe seit zwei Stunden dieses Notebook auf dem Schoß auf dem ein (mangels Laufwerk) via Netzwerk-Boot installiertes Ubuntu System läuft. Seitlich im Notebook steckt mein Dorn im Fleisch, eine Sitecom PCMCIA WLAN-Karte mit einem Ralink 2500 Chipsatz (als Linux Nutzer muss man sowas wissen) und lässt sich partout nicht mit dem hiesigen WLAN Access Point verbinden. In vier Tagen will ich auf dem 25C3 (Chaos Communication Congress) sein, und da kann ich mir sowas doch nicht bieten lassen! 10 Minuten und zwei weitere heruntergeladene Tools später und nach mehreren Anläufen mit einem selbstgeschriebenen Skript läuft es auf einmal. Statt jetzt "Heureka" zu rufen und der verdutzten, aus dem Halbschlaf gerissenen Verwandtschaft mit selbstgefälligem Lächeln meinen Erfolg als Ergebnis einer übermenschlichen Intelligenz und geistigen Anstrengung zu präsentieren wurmt mich nur ein Gedanke: Ich habe keine Ahnung, warum es jetzt klappt. Was sollen dazu nur meine Fellow-Nerds sagen?
19.10.08
Es war einmal vor 30 Jahren
Da ist man jetzt fast 40 Jahre alt und wird trotzdem von seinen Eltern "gezwungen" eine Kiste mit alten Büchern und Unterlagen im Keller des Elternhauses durchzuflöhen. Naja, neben der erst kürzlich vermissten "Tim und Struppi"-Sammlung tauchte auch ein Heft "Informationen zur politischen Bildung" vom 1. Quartal 1988 auf. Titel: "Neue Technologien". 
Online gibt es diese alten Ausgaben natürlich nicht mehr, und selbstredend ist jede einzelne Technologie aus diesem Heft mittlerweile so überholt, dass sich nur noch wenige Menschen meines Jahrgangs überhaupt noch daran erinnern. 30 Jahre in Technologie/Internet ist ja ungefähr so viel wie 120 Jahre in allem anderen. Mal abgesehen von den lustigen Bildern von Büros an denen Leute vor Schreibterminals sitzen, die ihren gesamten Schreibtisch bedecken, fand sich dort auch dieses lustige Foto vom "Telearbeitsplatz". Sehr cool und unbedingt Wert, aufgehoben zu werden. Der geradezu avantgardistische Fortschritt zeigt sich in dem Foto daran, dass die Dame einen der ersten Apple MacIntosh verwendet um ihre Kochutensilien darauf abzustellen (ganz abgesehen davon, dass kein Betriebsrat in Deutschland diese Arbeitsumgebung durchgehen lassen würde).

Online gibt es diese alten Ausgaben natürlich nicht mehr, und selbstredend ist jede einzelne Technologie aus diesem Heft mittlerweile so überholt, dass sich nur noch wenige Menschen meines Jahrgangs überhaupt noch daran erinnern. 30 Jahre in Technologie/Internet ist ja ungefähr so viel wie 120 Jahre in allem anderen. Mal abgesehen von den lustigen Bildern von Büros an denen Leute vor Schreibterminals sitzen, die ihren gesamten Schreibtisch bedecken, fand sich dort auch dieses lustige Foto vom "Telearbeitsplatz". Sehr cool und unbedingt Wert, aufgehoben zu werden. Der geradezu avantgardistische Fortschritt zeigt sich in dem Foto daran, dass die Dame einen der ersten Apple MacIntosh verwendet um ihre Kochutensilien darauf abzustellen (ganz abgesehen davon, dass kein Betriebsrat in Deutschland diese Arbeitsumgebung durchgehen lassen würde).
11.10.08
Halbgott in Grün
Puah, ich bin noch ganz zitterig. Habe ich doch eben in einer halbstündigen Aktion zu vorgerückter Stunde noch eine "Gehirntransplantation" bei meinem Mac Mini vorgenommen. Anleitungen gibt es dafür ja genug, sogar bebildert. Tut meinem Kleinen auch ganz gut. Von 40 auf 250 GB und von 4200 auf 5200 U/min. Endlich wieder Platz zum Durchatmen auf der Kiste. Könnte mir auch gefallen.
Überhaupt bin ich gerade wieder voll auf Mac OS X Geschmack. Habe ich doch gerade entdeckt, dass es mit den Mac OS X DVDs eine komplette Entwicklungsumgebung (XCode) gratis dazu gibt. Und schwupps schon mein erstes "Hello world!" geschrieben. War zwar nur ein Temperaturkonverter, aber das ging doch so fix (mit Tutorial), dass ich glatt Geschmack dran finden könnte.
12.8.08
Neues aus der Straße des schwarzen Staatsoberhaupts
Also mein Nachbar ist so ein Typ für sich. Hat einen "Stammplatz" auf der Straße. Funktioniert wie ein Uhrwerk. Ist schon Sport bei den anderen Nachbarn. Fährt er mal weg, stellt sich jemand anders drauf. Er kommt zurück, muss leider woanders parken, steigt kopfschüttelnd aus und geht in sein Haus. Kaum ist sein "Stammplatz" wieder frei, muss ich mich schon sputen (falls ich es mitbekomme), damit ich das Schauspiel nicht verpasse. Er flitzt raus und parkt um, präzise, auf den Punkt und wenn es nur ein halber Meter zu fahren ist. Ganz egal, Ordnung muss sein.
Er ist ja noch harmlos. Mit den Parkplätzen ist das nämlich so eine Sache hier in der Straße. Weiter oben verteidigt jemand ein Fleckchen mit rabiateren Mitteln. Jeder der dort "unbefugt" parkt hat auf die Dauer mit zerstochenen Reifen zu rechnen. Aber immer nur mit einem, sonst könnte er ja gar nicht mit dem Ersatzreifen wegfahren. Anonyme Briefe gibt es auch immer mal. Da steht dann drunter "Auf gute Nachbarschaft !!!!!!!!!!" (ja, mit genau so vielen Ausrufezeichen). Damit die Nachbarschaft auch besser werde. Ob der Briefeschreiber wohl weiß, dass die Farbdrucker schwer sichtbare Punktmuster aufdrucken mit denen man den Drucker identifizieren kann?
Er ist ja noch harmlos. Mit den Parkplätzen ist das nämlich so eine Sache hier in der Straße. Weiter oben verteidigt jemand ein Fleckchen mit rabiateren Mitteln. Jeder der dort "unbefugt" parkt hat auf die Dauer mit zerstochenen Reifen zu rechnen. Aber immer nur mit einem, sonst könnte er ja gar nicht mit dem Ersatzreifen wegfahren. Anonyme Briefe gibt es auch immer mal. Da steht dann drunter "Auf gute Nachbarschaft !!!!!!!!!!" (ja, mit genau so vielen Ausrufezeichen). Damit die Nachbarschaft auch besser werde. Ob der Briefeschreiber wohl weiß, dass die Farbdrucker schwer sichtbare Punktmuster aufdrucken mit denen man den Drucker identifizieren kann?
20.7.08
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Da fahre ich doch heute durch den Stadtrand von Königstein (ist das überhaupt eine Stadt?), noch beschwingt von der tollen Party am Vorabend und komme zunächst an der "Migräne-Klinik" vorbei und zweihundert Meter weiter am "Siegfried Vögele Institut". Es stellte sich bei mir eine Art spontaner Assoziation ein, infolge derer ich mich fragte, wie wohl die Kundenströme zwischen diesen beiden Einrichtungen aussehen mögen?
27.4.08
Erstaunliches aus dem Badezimmer
Und wieder so ein Gesicht im Alltag. Wenn man nur gut genug hinschaut, dann erkennt man eine Menge Gesichter. Diese erstaunt schauende Einhebelmischbatterie ist wahrscheinlich verblüfft über die Länge ihrer Nase oder ein wenig überrascht davon, dass ihr jemand dran gefasst hat.
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